Wird der Dragoneranger zu DEM kommunalen Wahlkampfthema?

Es scheint still geworden zu sein um den Dragoneranger. Tatsächlich war die BI dankbar für die Verschnaufpause Ende letzten Jahres. Doch jetzt geht es weiter voller Tatendrang, Motivation und Hoffnung – wir wollen und können den Dragoneranger retten!

Was ist in den letzten Wochen passiert? 

Runder Tisch erneut verschoben 

Der für den 22. Januar 2021 anberaumte Runde Tisch wurde Coronabedingt erneut verschoben. Abhängig vom Infektionsgeschehen soll er nun Ende Februar als Präsenzveranstaltung abgehalten werden. Drei Mitglieder der BI werden stellvertretend teilnehmen dürfen. Eine digitale Veranstaltungsform würde wegen der Relevanz der Thematik nicht in Betracht gezogen, teilte die Stadtverwaltung in ihrem Schreiben vom 15. Januar mit. Dies ist auch in unserem Sinne.

Erfreuliche Gespräche mit den Linken

Am 6. Januar traf sich erstmals eine Delegation der BI mit Vertretern der Linken Stadtratsfraktion. In der virtuellen Diskussionsrunde stellten wir unsere BI und unser Anliegen vor und erhielten volle Unterstützung für unsere Sache. Auch Die Linke sieht das Projekt sehr kritisch und hat sich zudem gegen die Veräußerung von Stadteigentum – das der Dragoneranger ja ist – ausgesprochen.

Erneut auf dem Tisch: Agrophotovoltaik (APV) am Dragoneranger? 

Der „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der Stadt Göttingen sieht vor, die lokale regenerative Energieerzeugung zu stärken und setzt dabei auch auf Solarstromproduktion (Photovoltaik). Die Agro-Photovoltaik (AVP) ermöglicht durch eine stelzenartige Bauweise der Solaranlagen die gleichzeitige Nutzung der Fläche zur Lebensmittelproduktion. Die Idee, die Fläche am Dragoneranger für AVP zu nutzen, ist nicht neu. Schon Anfang September 2020 hatte Francisco Welter-Schultes (Piraten) einen Antrag in den Bauausschuss eingebracht, der jedoch damals dort keine Unterstützung fand.
Für den 13. Januar hatte das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS), das sich ebenfalls APV am Dragoneranger vorstellen kann, die BI zu einer Online-Diskussionsrunde eingeladen. Es wurden der Status quo der Technologie vorgestellt, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Zukunftsprognosen aufgestellt sowie Vor- und Nachteile diskutiert. Abgesehen von der optischen Beeinträchtigung begrüßen wir die Idee, weil der Dragoneranger nicht versiegelt würde und so gleichzeitig eine zukunftsweisende, energieautarke, nachhaltige Technologie in unserer Stadt erprobt werden könnte.

Dragoneranger geht in den Wahlkampf

Im September wird nicht nur ein neuer Bundestag, sondern auch ein neuer Stadtrat gewählt (12.09.). Durch die Verschiebung des Runden Tisches rückt die Entscheidung zur Bebauung des Dragonerangers immer mehr Richtung Wahlkampf. Neben den Piraten, die schon 2016 das Vorhaben ablehnten, haben sich mittlerweile zwei OB-Kandidaten, Doreen Fragel (für die GRÜNEN) und Ehsan Kangarani (CDU), Ende letzten Jahres gegen die von der Verwaltung vorgestellten Bebauungspläne am Dragoneranger ausgesprochen. Während Kangarani eine umweltfreundlichere, aber immer noch industrielle Nutzung anstrebt (er möchte vor allem das Betonwerk an den Südzipfel verlegen und auf Logistik verzichten), verspricht Fragel im Falle eines Wahlsieges eine Bürgerbefragung: Bebauung ja oder nein. Daraufhin gab das BfnS, das sich allerdings ohne OB-Kandidaten – auch zur Wahl stellt, in seiner PM vom 15. Januar eine Wahlempfehlung: Doreen Fragel.

Zudem nahm am 14. Januar der Ortsrat Weende zum Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2021 Stellung. Darin heißt es: „Dass die Stadt mehrere Millionen Euro in die Infrastruktur des Dragonerangers investieren wolle, kann der Ortsrat Weende/Deppoldshausen nicht gutheißen.“ Damit unterstreicht Ortsbürgermeister Ludolph (SPD) nochmals die ablehnende Haltung des Ortsrats gegenüber den Bebauungsplänen der Stadt für den Dragoneranger. 

Falsche Richtung: Flächenverbrauch in Niedersachsen steigt

Geht es nach wirtschaftlichen Interessen, soll Südniedersachsen, „verkehrsgünstig“ am Knotenpunkt der A7 und A 38 gelegen, mit Logistikansiedlungen überzogen werden. In den betroffenen Gemeinden haben sich Initiativen gegen den Flächenfraß gegründet (Liste unserer benachbarten Leidensgenossen).
Laut jüngsten Berechnungen der Interessengemeinschaft (IG) „Ackerstattbeton“ aus Friedland nahm der Flächenverbrauch im Landkreis Göttingen seit 2015 zu und konterkariert damit die Ziele des Landes Niedersachsen, das anstrebt, den Flächenverbrauch bis 2030 zu halbieren. Die IG extrapoliert, dass der Flächenverbrauch in Südniedersachen bis 2030 voraussichtlich sogar weiter zu- statt abnehmen wird. Mit einem Offenen Brief an Landrat Reuter möchten die Bodenschützer auf die häufig verkannten Gefahren des Flächenfraßes für Klima und Umwelt hinweisen und breite Aufmerksamkeit gewinnen.

Hier die PM und der Offene Brief der IG “Ackerstattbeton” Friedland:

Offener Brief an Landrat Bernhard Reuter 14.01.2021
Acker statt Beton - PM 3 - 14.01.2021

 

 

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